Die Olten Spears schlagen Direktkonkurrent

Die Olten Spears schlagen Direktkonkurrent Dufour mit 6-3 und sichern sich so den Aufstieg in die zweite Liga noch vor dem letzten Spieltag. So einfach wie das Resultat es vermuten lassen würde, war es indes nicht.

Die Spears-Berichterstattung geht in die zweite – zweitletzte – Runde. Die Formkurve der Spears kannte diese Saison nur eine Richtung; nach oben. Und genauso kletterten auch die Temperaturen endlich auf angenehme 23 Grad Celsius. Der Himmel trug sein bestes Blau und nachdem unsere Gegner mit kleiner Verspätung eintrafen (wir hatten uns schon schelmisch auf eine Disqualifizierung wegen Zuspätkommens eingeschossen) ging es auch schon los. Als erstes betraten Dario, Donauer, Joris und Gaston den Platz. Unsere beiden Topgesetzten Spieler Dario und Doni liessen wie schon die gesamte Saison über nichts anbrennen und siegten diskussionslos 6-1 6-0, respektive 6-3 6-1. Nervenaufreibender wurden dann eher die Partien vier bis sechs.
Zu Beginn des Tennisfests im Schöngrund wurden Alisha Poch und Chiara Riso von Fabian Spillmann noch in die geheime Kunst der Spears-Sandwich-Produktion eingeweiht, die da heisst: Es muss alles rein, was geht. Denn wenn man es genau nimmt, sind die Oltner zwar auch für die Qualität; sicherlich aber für die schiere Quantität beim Essen bekannt. Also klotzen, nicht kleckern. Die Verpflegung schien trotzdem allen zu schmecken, wo doch der Berg an Sandwiches innerhalb kürzester Zeit weg war.
Daniel Donauer hatte sich in der Vergangenheit einen Spass daraus gemacht, den Olten Spears Spieler diverse unrühmliche Kosenamen zu verpassen. Und so trat Joris, alias Joritis Wenk, als einer der ersten Spieler seinen Ernstkampf an. Sein Gegner: Gestatten Charles, Doktor der Infektiologie. Joris wehrte sich mit allen Mitteln in einer umkämpften Partie auf hochstehendem Niveau. Aber mit chirurgischer Präzision nahm der Doktor Joritis Schlag für Schlag, Ballwechsel für Ballwechsel auseinander und siegte 6-2 6-1.
Die Oltner Mannschaft konnte an diesem heissen Sonntag auf soviel Unterstützung wie selten zählen. Neben Freundinnen und ehemaligen Teamkameraden waren auch Eltern, Kollegen und sogar königliche Beistand in Form von Hund «Lord» höchstpersönlich anwesend. Vielen lieben Dank für die bombige Unterstützung. Apropos Hitze: Schatten war an diesem 2. Juni ein gefragtes Gut. Mit einem Sonnenschirm hätte sich bestimmt so viel Geld verdienen lassen, wie uns einige dubiose Internetwerbungen «How to make 1000$ a day at home» vorgaukeln wollen. Zum Schluss des Tages hatten Fabian, Gaston und Dario so energisch Schutz vor den Sonnenstrahlen gesucht, dass sie, sich in die Hecke drückend, praktisch zum Blattwerk verschmolzen. Alle fieberten den Partien mit und schrien ihre Begeisterung aus voller Kehle raus. Auch einige Nachbarn schienen da keine Ausnahme zu machen. Zwar weiss ich nicht, wie solche Ausdrücke wie «Arsch****» und «es ist Sonntag», genau als Motivation oder Anfeuerungsruf funktionieren, aber auf jeden Fall gab es Applaus und eine Vier fürs Mitmachen.
Das letzte Einzel des Tages hat Mätthu ausgefochten. Nach gelungenem ersten Startsatz wurde die Partie zunehmend verbissener. Der Gegner war eine Gummiwand und spielte die Bälle fast schon druck- und leidenschaftslos zu Mätthu zurück, welcher leider nicht so recht wusste, was damit anzufangen. Im dritten Satz wurde dann schon fast bei jedem Ballwechsel mehrere Minuten lang hin und her gespielt. Die beiden Kontrahenten lieferten sich unter der brütenden Hitze eine körperliche Abnützungsschlacht. Im Fachjargon sagt man ja zwar: «Don’t skip the leg day.» Doch man bezweifelte, dass es für die beiden in naher Zukunft überhaupt so was wie einen «leg day» geben würde. Zum Schluss schaltete Mätthu dann noch in den Ultra-Topspin-Modus, der sogar Nadal die Schamesröte ins Gesicht getrieben hätte Seine Bälle flitzten mit überirdischen 6 Meter über die Netzkante und die Ballwechsel verstrichen so rasch wie kalte Butter auf Brot. Leider wurde Mätthu an diesem Tag für seinen Marathon-Einsatz und seinen Leidenswillen nicht belohnt. Chapeau für deinen Kampfgeist Mätthu!
Die Doppelpartien im Anschluss waren praktisch schon Formsache. Dario und Mätthu frottierten die Gegner fast genauso diskussionslos ab, wie Doni und Märcu und Fabian und Joris. Letzterer wollte sich im Doppel unbedingt von seiner Niederlage im Einzel rehabilitieren und hatte keinen Bock mehr auf «Födle-Tennis». Dementsprechend hieb er regelrecht auf die Bälle. Nach dem letzten Punkt im letzten Doppel und dem 6-3 Sieg über Dufour wurden die beiden Partner Fabian und Joris zwar nicht gerade mit Ruhm – denn so ansehnlich war die Partie dann doch nicht – dafür aber mit reichlich Schampus überschüttet und man feierte überschwänglich den Aufstieg. Jeder klatschte einander ab und feierte die zugegeben super Leistung. Retrospektiv betrachtet haben die Oltner mit dem 6-3 zwar dem Direktverfolger Dufour jegliche Chance auf den Klassenaufstieg genommen; nicht aber dem Drittplatzierten (Evilard), welcher zugegeben zwar nur mit einem punktereichen Sieg (die zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt waren) in der Partie vom Samstag und einer extrem gute Performance gegen die Olten Spears am kommenden 16.6.2019 noch die Butter vom Brot hätten stibitzen können. Wie sich dann später am Abend herausstellen sollte, kann niemand den Spears mehr den Aufstieg nehmen. Die Mannschaft aus Olten hat nun 31 Punkte auf dem Konto von möglichen 36 – was einem Prozentsatz von 86% entspricht. In den Doppelpartien sind die Spears sogar noch ungeschlagen! Jetzt wird gelassen dem letzten Auftritt der diesjährigen Saison entgegengeblickt. Hopp Oute!

Geschrieben von Fabian Spillmann

Begann im Jahr 2010 mit dem Tennisspielen und fungiert seit dieser Zeit als Captain des Interclubteams. Sportliches Highlight ist das Erreichen des Clubmeisterschafs-Final 2012. Gestaltete die Teamwebsite und ist zudem grosser Fan von Roger Federer und Andy Roddick.

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